Tired Pony - The Place We Ran From
Denn Lightbody und seine Mitstreiter - neben Buck unter anderem
auch R.E.M.-Tourgitarrist Scott McCaughey, Produzent Jacknife Lee
(U2, Bloc Party) und Belle-And-Sebastian-Schlagzeuger Richard
Colburn - agieren auf "The Place We Ran From" betont
zurückhaltend. Keine großen Gesten, keine ganz
großen Melodiebögen, keine Emotionen, die drohen, in
hohles Stadionrock-Pathos umzukippen. Stattdessen gibt's
intime Songs, die in Folk und Country wurzeln, aber mit
größtmöglicher Liebe zu detailreicher
Instrumentierung sorgsam ausgearbeitet werden.
Trotz einer bis zu 15-köpfigen Besetzung (inklusive
Background-Chor) und einer wahren Armada an Klangerzeugern
(Pedal-Steel-Gitarre, Melodica, Vibraphon, verschiedene Orgeln
und gar singende Säge und Schreibmaschine): Lightbodys
leidenschaftliches Songwriting bleibt bei Tired Pony gut
erkennbar. Am ohrenfälligsten wird dies bei "Get On The
Road", das sich von der akustischen Miniatur zur elektrisch
verstärkten Hymne aufbaut, und bei der der Sänger mit
US-Schauspielerin und She-And-Him-Musikerin Zooey Deschanel
duettiert. Lightbody tritt aber auch im rechten Moment zur Seite:
Beim anheimelnden, langsam vor sich hintuckernden Banjo-Folk von
"I Am A Landslide" singt Songwriter-Kollege Iain
Archer. Editors-Sänger Tom Smith verleiht hingegen dem
kargen Düster-Country von "The Good Book" eine
wunderbar sonor-wehklagende Note.
Angenehm unauffällig sind im Übrigen auch Peter Bucks
Beiträge: Klar, er spielt Gitarre, gar die Melodie
führende Mandoline (wie einst bei "Losing My
Religion"), in Lightbody findet der unprätentiöse
R.E.M.-Mann aber den perfekten musikalischen Partner. Denn
über dem (ungewollten) Rockstar-Dasein, das zeigt "The
Place We Ran From", vergessen beide glücklicherweise
nicht, was wirklich zählt. Nämlich immer weiter Musik
zu machen, die zählt.
| Tired Pony - The Place We Ran From | |
|---|---|
| Genre | Rock/Pop |
| Interpret | Tired Pony |
| Vertrieb | Universal |
| Bewertung | ausgezeichnet |









