Mexican Elvis - John Frum Alaska
Auf dem Bärenfell sitzend, könnte man dann von der
Verwandtschaft zu Lali Puna und Console (Schlagzeuger Christoph
Brandner) erfahren. Und mit Peter Hall einen gebürtigen
Briten als Frontmann entdecken. Klanglich legt sich die
mexikanische Dufttolle dann auch genau in die Mitte, zwischen
entspanntem Beep-und-Klonk-Pop und britischem
Melodie-Großmut.
Dieses Debütalbum, nach Single und EP und vielen
Liveauftritten (unter anderem mit American Music Club, Port
O'Brien und Kettcar) längst überfällig,
hätte denn auch auf dem Weilheimer Intellektuellenlabel
Hausmusik erscheinen können. Aber das gibt es ja seit 2007
nicht mehr. Also machten die Dame (Bassistin Maximiliane
Reichart) und Herren von Mexican Elvis (der Vollständigkeit
halber sei hier noch ihr Bruder, Laury Reichart, an Gitarre und
Piano genannt) kurzerhand ihr eigenes Label auf. Als selbst
genannte Referenzen tauchen Sigur Rós, Pavement und die
Bands aus dem Saddle-Creek-Label-Umfeld auf.
Salopp gesagt könnte man Mexican Elvis aber auch als die
etwas akustischere, weniger synthetische Variante der großen
The Notwist bezeichnen. Wobei: Der Mut zum klar strukturierten
Rocksong ("Washington D.C."), der wunderbare britische
Akzent Halls, der gerne mehrstimmige Gesang etwa geht den
Weilheimern ab. Überhaupt bleiben Mexican Elvis schwierig zu
verorten: Mit Stargast Volker Zander (Calexico) an Cello und
Kontrabass kommen zusätzlich Alternative-Country-Kompetenz,
mit Produzent Simon Frontzek (Tomte) ein Freund der Band an Bord.
Und so rührt "John Frum Alaska" oft kühl an,
wie schicker Elektropop, dem aufgrund des akustischen Aufbaus
jedoch noch ein tüchtiger Schuss Wärme mitgegeben
worden ist. Was Mexican Elvis also gleichermaßen für
Zuhörer wie für Klangforscher interessant macht - und
sicher nicht nur an melancholischen Winterabenden begeistern
wird.
| Mexican Elvis - John Frum Alaska | |
|---|---|
| Genre | Rock/Pop |
| Interpret | Mexican Elvis |
| Vertrieb | Broken Silence |
| Bewertung | ausgezeichnet |









