Menomena - Mines
Die erste Assoziation kommt aber nicht von ungefähr: Das
Stimmtimbre im Opener "Queen Black Acid", leicht
gepresst am Rande des eigenen Gesangsbereichs, könnte auch
Herr Albarn fabriziert haben. Musikalisch sind Menomena zudem gar
nicht weit von seinen aktuelleren musikalischen Vorlieben
entfernt. Noch eine Referenz gefällig? Mit einigem Stolz
darf sich das Trio als die "erklärte Lieblingsband von
Lambchop-Chef Kurt Wagner" bezeichnen.
Genauer betrachtet sind Menomena drei Songwriter an Bass, Gitarre
und Schlagzeug, die zudem dutzende andere Gerätschaften
bedienen und dadurch trotz der schmalen Rocktrio-Besetzung eine
opulente Orchestrierung herbeizaubern. Zu finden sind Anleihen
beim 70er-Jahre-Prog-Rock, modernen Denkerbands wie Flaming Lips
und Broken Social Scene. Und eine sehr kleine Portion tief
trötenden Bar-Jazzes, an den sich ja heute sonst keiner mehr
rantraut. Für Pop ist das natürlich zu sperrig, aber in
diesem weiterentwickelten Bereich des Post-Rocks, jenseits von
Konservatorium und Cliquenbildung, geht momentan ja ohnehin eine
ganze Menge an neuerlichen Entdeckungen.
Wo andere verkopfte Klangbastler wie Sonic Youth im Zweifel die
Harke auspacken und sich in triefendes Feedback hüllen,
suchen Danny Seim und Kollegen lieber in höfischen
Folk-Gefilden Halt und legen zur Sicherheit noch einen vertrackt
groovenden Rhythmus drüber. Und dann klingt wieder der
Albarn-Soundalike durch. Eine Entdeckerplatte, die mehrere
Hördurchgänge braucht, bis alle Songs so
entspannt-lässig reingehen wie das repetitiv-quietschende
"Bote", das sich mit dumpfem Saxofon und
schreiend-hohen Gitarren zum Finale aufbäumt.
| Menomena - Mines | |
|---|---|
| Genre | Rock/Pop |
| Interpret | Menomena |
| Vertrieb | Universal |
| Bewertung | ausgezeichnet |









